Wie schreibe ich ein Buch?

Die Frage, die mir am häufigsten gestellt wird ist „Wie schreibt man ein Buch?“. So einfach lässt sich das aber überhaupt nicht beantworten. Nicht nur, weil man zuerst mal zwischen Sachbuch und Fiktion (z.B. Roman) unterscheiden muss, sondern weil jeder Autor seine eigene Methode dafür nutzt. Daher möchte ich euch heute zumindest folgende Frage klären: „Wie schreibe ich ein Buch?“

Am Anfang war die Idee

Bevor ich anfange ein Buch zu schreiben, benötige ich als aller erstes Mal eine Idee. Wie genau man an eine solche kommt, ist von Mensch zu Mensch und Projekt zu Projekt unterschiedlich. Für den Anfang reicht da auch wirklich ein grober Gedanke wie zum Beispiel „Ein Mädchen zieht mit ihrer Mutter und einigen Pferden von Island nach Deutschland.“ (Das war übrigens der Grundgedanke von Katla und die Pferde)

So eine Idee zu finden, kann eine ganze Weile dauern. Wenn ihr dazu ein wenig Hilfe braucht, schaut mal in diesen Blogpost, dort habe ich euch ein paar Tipps dazu zusammengefasst.

Jetzt geht’s los! Oder doch nicht?

Das kommt jetzt ganz drauf an. Sobald ich eine Grundidee habe setze ich mich für gewöhnlich an meinen Rechner und schreibe los. Einfach so. Ohne Plot (Plot = Handlungsgerüst der Geschichte). Manchmal reicht mir die Grundidee dazu aber nicht aus. Dann beginne ich damit, die Grundidee Stück für Stück zu erweitern. Das funktioniert für mich am Besten, wenn ich mir selbst Fragen zu der Geschichte stelle.

Bei Katla und die Pferde sah das in etwa so aus:

  • Wer ist das Mädchen?
  • Warum zieht sie um?
  • Was erwartet sie in Deutschland?
  • Wen lernt sie kennen?
  • usw.

Manche Antworten bringen dann weitere Fragen mit sich:

  • Warum zieht sie um?
    • Ihre Eltern haben sich scheiden lassen und ihre Mutter will in Deutschland komplett neu anfangen.
      • Warum in Deutschland?
      • Warum lassen sie sich scheiden? Weiß Katla den Grund?
      • Was ist mit Katlas Vater?
      • Was ist mit ihren Geschwistern?
      • usw.

Diese Methode nennt sich Schneeflockenmethode. Auf diese werde ich in einem weiteren Artikel demnächst noch genauer eingehen.

Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten weiter zu machen. Die meisten bevorzugen die erste Variante. Ich persönlich die Zweite. Daher werde ich auch auf beide eingehen.

Zu Ende plotten

Viele Autoren stellen sich so lange Fragen zu ihren Charakteren und der Geschichte selbst, bis alles fest steht. Sie kennen ihre Charaktere in- und auswendig. Sie wissen zu 100% wie sie aussehen, handeln, wie sich ihre Stimme anhört, etc.

Diese Autoren erarbeiten die gesamte Story, ohne auch nur ein Wort des eigentlichen Buches zu schreiben. Denn erst, wenn sie genau wissen, was in ihrer Geschichte passieren wird und wie sie beginnen und enden wird, beginnt für den Autor das eigentliche Schreiben des Buches. Das hat natürlich den Vorteil, dass man beim eigentlichen Schreiben immer genau weiß, was wie passieren muss, damit die Story weiter geht. Ein plötzliches Feststecken (von der gefürchteten Schreibblockade einmal abgesehen) gibt es nicht.

Oft wird jede Szene einzeln geplant. Was darin genau passiert, welche Charaktere darin vorkommen, wie sie endet, wann genau diese Szene passiert. Man könnte diese Szenensammlung als eine Art Fahrplan ansehen, der einen sicher ins Ziel bringen kann.

Plot- und Planlos

Da der Artikel „Wie schreibe ich ein Buch?“ heißt und es daher eigentlich um meine Methode geht, möchte ich euch meine beinahe komplett plotlose Taktik nicht vorenthalten. Wie oben beschrieben starte ich mit einer Grundidee. Fällt mir daraufhin direkt ein Beginn ein, dann fackel ich nicht lange und lege los. Nebenbei mache ich mir Notizen, zum Beispiel das die Mutter der Hauptfigur Gudrun heißt oder dass die Figur blonde Haare hat. Viele Figuren kenne ich nicht, bevor sie plötzlich in meiner Geschichte auftauchen und mitmischen. (Wenn ihr mehr Infos zum Buchbeginn wollt, schaut mal hier)

Wie die Geschichte am Ende enden wird, weiß ich meistens erst ab etwa der Mitte des Buches. Auch der Hauptkonflikt, auf den jede Geschichte hinarbeitet, fällt mir oft erst ein, wenn er kurz vor seinem Auftritt steht. Ich lasse mich von den Figuren der Geschichte leiten. Oft, wenn ich es mit einem Plot versucht habe, haben mir die Figuren einen Strich durch die Rechnung gemacht. Sie haben oft anders reagiert, weil ihr Charakter nun mal nicht zu meinem anfänglichen Plan gepasst hatte.

Beispiel

Figur A & B sind seit Jahren befreundet. Sie treffen auf die neue Figur C, die ziemlich gemein ist. C ärgert A & B. A & B gehen weiter und lassen C stehen. C ruft B eine Beleidigung hinterher, bezogen auf B’s Körpergewicht und -umfang. Der Plan: In Zukunft sollen A & B Figur C einfach ignorieren. Doch B beschließt jetzt plötzlich etwas an ihrem Gewicht zu ändern und auf einmal läuft die halbe Geschichte aus dem Ruder, da sich ein sog. Nebenplot aufgetan hat.

Was ist aber jetzt, wenn mir kein Beginn einfallen will? Das ist in der Tat blöd, denn ich bin jemand, der zwingend am Anfang starten muss. Darum probiere ich dann oft verschiedene Anfänge aus und suche mir dann einen raus, der mir gut gefällt und von dem ich glaube, dass er den Leser möglichst schnell in seinen Bann zieht.

Jetzt geht es aber wirklich los!

Richtig, jetzt geht es wirklich los! Sobald ich meinen Anfang habe fließen die Worte in der Regel nur so aus mir heraus. Ich tippe so schnell ich kann und hoffe, meine Figuren lassen mich noch mit! Dieser Schritt geht so lange, bis ich „Ende“ unter meinen Erstentwurf geschrieben haben. Richtig gehört. Erstentwurf. Auch als Rohfassung bekannt. Diese steckt oft voller Flüchtigkeitsfehler, Wortwiederholungen und Rechtschreibfehlern. Falls ihr jetzt gedacht habt, das Schreiben wäre der mühselige Teil, muss ich euch leider enttäuschen. Nach dem Schreiben ist vor dem Korrigieren und Lektorieren.

Hier hat denke ich jeder eine andere Taktik. Das liegt auch immer an dem jeweiligen Schreibprogramm, das man verwendet. Wenn ich euch nicht sicher seid, welches ihr benutzen sollt, schaut doch mal hier. In diesem Blogpost habe ich euch einige davon vorgestellt.

 

Nachdem ihr nun eine Antwort auf die Frage „Wie schreibe ich ein Buch?“ habt, möchte ich demnächst darauf eingehen, wie genau ich meine Bücher korrigiere und lektoriere. Vielleicht habt ihr bis dahin ja euer Buch bereits fertig geschrieben und seid bereit für den nächsten Schritt?

Eure Christine

 

PS: Ich bekomme tatsächlich kein Geld von Papyrus Autor, obwohl ich das Programm ständig in den Himmel lobe.

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Wie schreibe ich ein Buch?

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