Reitkurs mit Bruno Breitschaft

Ich möchte euch heute vom Reitkurs erzählen, den ich zusammen mit der Chefin bei Bruno Breitschaft absolviert habe. Im Großen und Ganzen war es echt toll, aber ich sollte vielleicht am Anfang anfangen:

Am Samstag, ich stand gerade im Haferständer, hörte ich plötzlich die Chefin nach mir rufen. Als sie nach dem 4. Mal immer noch nicht aufgegeben hatte, leckte ich die letzten Haferkörner auf und trat graziös und mit einer Spur Dramatik aus dem Ständer. Einen Moment verharrte ich dort.

1.  Damit sie und alle anderen mich bewundern konnten
2. Damit sie wusste wo ich war und zu mir kommen konnte und
3. Damit sie endlich still war

Natürlich hat sie mich gesehen, aber anstatt zu mir zu kommen und mir einen Keks zu geben, hat sie einfach weiter gerufen. Lieb, wie ich bin, habe ich mich dazu herab gelassen zu ihr zu kommen. Was tut man nicht alles für einen Keks und Streicheleinheiten? Doch die dusselige Chefin hatte tatsächlich kein Leckerli für mich einstecken, könnt ihr euch das vorstellen?

Trotzdem ließ ich mich freundlich aufhalftern und putzen. Sie hatte Baby-Chef wieder mit dabei. Um den kümmerte sich heute der andere Chef. Ich glaube, den nennen wir ab jetzt Beta-Chef, dann ist es nicht so verwirrend für euch.

Die Chefin trug dann beinahe meine sämtlichen Sachen nach draußen. Dann holte sie mich. Sie führte mich an einem Pferdeanhänger vorbei auf ein Stück Wiese. So lob ich mir das. Mein Stallkumpel wurde in den Hänger geführt. Da lachte ich noch und dachte bei mir: Hihi, der muss jetzt Hängerfahren und ich darf leckeres Gras mampfen. Doch Pustekuchen, jetzt war ich dran. Doch ein mutiges Islandpferd kennt keine Angst und ich bin problemlos hinein marschiert. Da drin hing sogar ein Heunetz, was will man mehr?

Während der Fahrt, tauchte immer mal wieder ganz laut hinter uns ein Motorengeräusch auf. Wir haben beide die Ohren angelegt, aber das Geräusch hat trotzdem EWIG gebraucht, bis es nach rechts verschwunden ist. Das war vielleicht gruselig.

Hier lässt es sich leben

Nachdem wir ausgestiegen sind, ging es auf eine riesige Koppel! Die fand ich toll. Zusammen mit meinem Kumpel hab ich die erstmal erkundet. Wir mussten doch erstmal kucken, wo genau das beste Gras wuchs.

 

Am nächsten Tag kam die Chefin und holte uns zwei von der Koppel. Vollgefressen und zufrieden sind wir mit ihr mit. Sie brachte uns zu einem Stall, der nicht weit davon entfernt war. Das war aufregend! So viele neue Gerüche und Gebäude und Menschen und Pferde und Kinder und Katzen! Mein Kumpel kam in eine Box und ich wurde davor angebunden und nochmal geputzt. Zu meinem Missfallen, wurde ich auch gesattelt und getrenst. Aber nach einem solchen üppigen Frühstück, würde mir der Morgensport vielleicht sogar gut tun.

Die gefährlichen Vorhänge im Hintergrund

Die Reithalle war kleiner, als die, die ich kannte. Und es gab keine Spiegel, stattdessen bunte Vorhänge, die sich manchmal bewegt haben. Die musste ich vorsichtig inspizieren und wäre mehrfach BEINAHE GETÖTET worden. Die Chefin behauptete zwar das Gegenteil, aber die hat doch keine Ahnung!

Die Chefin machte mit mir Bodenarbeit. Dabei hatte ich gedacht, wir wären auf einem Reitkurs. Anhalten, losgehen, rückwärts gehen. Langweilig. Ich passte nur halb auf und die Chefin forderte mich daher zu allem mehrfach auf. Nachdem sie jeweils mehrfach gebettelt hatte, tat ich ihr dann auch den Gefallen.

Das war der Moment, in dem ich Bruno kennen lernte. Der erklärte der Chefin doch prompt, dass das so nicht richtig sei! Das ich sofort zu reagieren haben. Er machte das Ganze dann auch vor und irgendwie fühlte sich das tatsächlich besser an. Sicherer. Ich merkte, dass ich mir keine Sorgen mehr um die Vorhänge machen musste. Oder um meinen Stallkumpel, der immer wieder laut wieherte.

Die Chefin übernahm wieder und Bruno korrigierte. So konnte man arbeiten. Brave Chefin, hat das ganze doch irgendwann halbwegs umsetzen können. Danach wurde ich auch noch geritten. Zuvor wurde allerdings noch eine Ewigkeit an der Chefin rumgedockert. Das war toll. Ich musste nur stehen bleiben und konnte mich entspannt umsehen.

Dann ging es los und Bruno wurde mir immer sympathischer. Denn der korrigierte grundsätzlich nur die Chefin. Ich würde ja alles richtig machen. Und falls nicht, würde das an ihr liegen. Am Ende klappte alles auch seitens der Chefin und wir beendeten das Training. Ich wurde gelobt, hatte ich ja auch verdient, immerhin lagen die Fehler ja alle bei der Chefin.

Die glaubt doch nicht, dass ich zu ihr komme, wenn da so viel leckeres Gras ist, oder?

Danach gab es dann Müsli. Mit Hagebutten. Das war lecker. Doch anstatt danach nach Hause zu fahren, kamen wir nochmal auf die Koppel. Auch gut.

Am Nachmittag kam dann die Chefin von meinem Stallkollegen und holte uns zwei. Diesmal landete ich in der Box, was blöd war, aber es gab Heu. Das war ein Trost.

Später putzte mich dann die Chefin von meinem Stallkollegen, bis meine Chefin eintraf. Mit dabei Beta-Chef und Baby-Chef. Sie redete irgendwas von Kirche und dann übernahm sie. Wieder wurde ich gesattelt und getrenst. Das war ja wohl ein schlechter Scherz! Ich hatte doch heute schon gearbeitet?!

Diesmal stellte sich die Chefin bei der Bodenarbeit besser an und Bruno lobte sie. Frechheit, dabei machte doch ich die ganze Arbeit. Immerhin lobte mich die Chefin. Das war auch schon was.

Beim Reiten ging es diesmal um die Vorhandwendung. Denn die würde angeblich seit der Babypause einfach nicht mehr funktionieren. Die hab ich vor der Babypause auch schon nicht gemocht, aber weil ich die Chefin mag, hab ich halt mitgespielt. Sie machte das ganze mehr oder weniger mit mir vor und dann hagelte es Korrekturen von Bruno. Ich durfte währenddessen einfach stehen bleiben und mich umsehen. Das war toll. Meinetwegen hätte er ruhig noch länger korrigieren dürfen. Ab jetzt wurde fleißig geübt. Und zwar musste die Chefin lernen, wie sie nichts tut. Dabei ist das doch einfach. Man tut einfach nichts. Für die Chefin war das aber scheinbar sehr, sehr schwierig.

Irgendwann machte sie ihre Sache toll und ich auch und wir durften aufhören. Zwischen den Lektionen durfte ich immer mal wieder tölten, damit es nicht langweilig wird.

Nach dem Training wanderte ich mit Abschwitzdecke in die Box und bekam dort mein Müsli serviert. Ich musste nämlich die Stallgasse frei machen. Fand ich auch in Ordnung. Hauptsache Müsli. Natürlich wieder mit Hagebutten. Lecker.

Während mein Stallkumpel in der Halle war, sah ich dabei zu, wie die Chefin meinen gesamten Krempel wieder nach draußen trug. Habe ich erwähnt, dass es in Strömen regnete? Irgendwie tat sie mir ja Leid, aber es war schon lustig, wenn sie zurück gespurtet kam und kaum war sie drinnen, blieb sie, ganz aus der Puste, stehen.

Die Chefin erklärte mir, dass es jetzt heim gehen sollte. Ich wurde auf den Anhänger geführt. Da das Abteil neben mir noch leer war, stellte ich für mich fest, dass wohl diesmal ich als Erste eingestiegen war. Ich konzentrierte mich darauf, möglichst viel von dem guten Heu aus dem Netz zu rupfen und für mich zu beschlagnahmen. Dann ging hinter mir die Klappe zu.

Erschrocken stellte ich fest, dass mein Stallkumpel noch nicht wieder neben mir war. Ich wieherte laut, damit die Chefs darauf aufmerksam wurden, doch da rollte das Hängergespann auch schon los. Ich tröstete mich damit, dass er vielleicht zwei Tage trainieren würde und ich nur den einen, der auch vollkommen ausgereicht hatte.

Bis heute ist mein Kumpel nicht bei uns am Stall angekommen. Anfangs habe ich mir noch Sorgen gemacht, mittlerweile hab ich mich damit abgefunden. Ich glaube, er fand die riesigen Koppeln dort so toll, dass er einfach dort geblieben ist. Wahrscheinlich lässt er sich dort einfach nicht einfangen.

Ich werde mich jetzt mal beim Haferständer anstellen, bis zum nächsten Mal.

Eure Dimmalimm

PS: Habt ihr gesehen, dass ich jetzt meinen eigenen Login habe? Ich musste schnell handeln, denn die Chefin hat das letzte Mal etwas von Passwort ändern gemurmelt, weil irgend so ein Scherzkeks einfach einen Beitrag aus meiner Sichtweise geschrieben hätte. Hihi, sie hat mich also nicht im Verdacht.

Reitkurs mit Bruno Breitschaft

Das könnte dir auch gefallen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.