Nachdem mein November-Projekt abgeschlossen ist, gönne ich mir aktuell eine kleine Pause vom Schreiben. Ich genieße die Vorweihnachtszeit und freue mich auf unser erstes Weihnachten als Familie. (Ansonsten war es ja immer Weihnachten mit Partner) Da ich aber eigentlich nicht nur über meine aktuellen Projekte hier schreiben möchte, sondern auch ein klein wenig Wissen weiter geben möchte, gibt es heute mal keinen Schreibstatus. Bevor ich jetzt irgendwas erkläre, muss ich betonen, dass ich euch nicht den perfekten Weg eines Schriftstellers zeigen kann bzw. stimmen sicherlich nicht alle Autoren oder Verlage mit meinen Einsichten überein. Trotzdem möchte ich euch hier aufzeigen, wie man meiner Meinung nach Schriftsteller werden kann. Hier gilt: Nehmt mit, was für euch funktioniert, und vergesst, was euch nichts bringt.

Falls ihr mit dem Gedanken spielt, Autor zu werden, aber nicht wisst, wie und wo ihr anfangen sollt, möchte ich euch ein wenig an die Hand nehmen und euch zeigen, wie ich begonnen habe und wie ich meinem Weg aktuell beschreite und in Zukunft beschreiten möchte.

Theoretisch kann jeder von euch jederzeit Autor werden. Jeder kann eine Geschichte und in den Zeiten von Selfpublishing auch ein ganzes Buch veröffentlichen. Bei eBooks geht das sogar besonders einfach. Dort kann man, im Regelfall, auch noch nachträglich den ein oder anderen Rechtschreibfehler ausbessern.

Früher war das deutlich schwieriger. Da musste man zwingend mit einem Verlag zusammen arbeiten. Entweder, in dem man sein Manuskript so oft verschickt hat, bis ein Verlag Interesse hatte oder in dem man selbst Geld in die Hand genommen hat, um sein Buch selbst drucken zu lassen. Und das war ganz schön teuer.

Daran soll es also nicht scheitern. Trotzdem habe ich da oben „theoretisch“ geschrieben. Denn um Autor zu werden, ist das Veröffentlichen meiner Meinung nach aktuell definitiv das kleinere Problem.

Am Anfang eines Buches steht eine Idee, oder besser: Mehrere Ideen. Denn eine einzige Idee füllt in der Regel kein Buch. Und wenn möglich, sollte diese Idee auch noch gut sein.

Als Beispiel nehmen wir mal die Idee:

  • Ein Mädchen nimmt Klavierunterricht

Ihr merkt vermutlich selber, dass das sehr langweilig klingt. Also bauen wir unsere Idee mal weiter aus:

  • Ein Mädchen nimmt Klavierunterricht bei einer älteren Dame. Die Dame erzählt dem Mädchen von einem wertvollen Medaillon, dass sie besitzt. Eines Tages verschwindet die Dame plötzlich und das Mädchen versucht zusammen mit ihrem großen Bruder herauszufinden, was passiert ist.

Jetzt klingt das Ganze sogar schon ein wenig nach Klappentext (der Text auf der Rückseite eines Buches). Trotzdem sollte doch noch ein wenig mehr passieren. Ansonsten ist die Geschichte recht flach. Je nach Buchlänge, sollte man mindestens 2, lieber 3, 4 Handlungsstränge nutzen.

  • Ein Mädchen nimmt Klavierunterricht
  • Die Dame, die den Unterricht erteilt, wird entführt
  • Das Mädchen versucht mit ihrem großen Bruder herauszufinden, was passiert ist
  • In wenigen Wochen hat das Mädchen ein Vorspielen an einer großen Musikschule und soll sich gleichzeitig darauf vorbereiten, für die Vorbereitung benötigt sie allerdings die alte Dame
  • Die Eltern der Geschwister streiten sich ständig und es droht eventuell eine Scheidung
  • Die Konkurrentin des Mädchens verpetzt eine schlechte Note bei den Eltern des Mädchens

Jetzt klingt das Ganze doch gleich ein wenig spannender, oder? Ihr merkt also: Eine Idee macht noch lange kein Buch.

Das Problem ist nur: Auch viele Ideen machen kein Buch. Denn sie sind nur der Anfang. Ohne sie geht es nicht. Das Buch muss außerdem noch geschrieben werden und das ist nicht immer einfach. Dazu braucht man Charaktere, die man erstmal erstellen und kennen lernen muss. Jede Person im Buch muss erstmal ausgedacht werden. Man braucht Protagonisten (Hauptpersonen) und Antagonisten (Gegenspieler). In diesem Fall wäre unser Mädchen der Protagonist und ihre Konkurrentin der Antagonist.

Falls ihr jetzt denkt: Boah, das klingt kompliziert! Nein, das ist es eigentlich nicht. Hierbei handelt es sich um den sog. Plot. Der Plot sagt aus, um was geht. Es gibt Autoren, die arbeiten den kompletten Plot aus. Heißt, sie wissen was in welcher Szene genau geschieht. Dann erst beginnen sie mit dem Schreiben. Das verhindert, dass man während dem Schreiben nochmal viel Ändern muss, weil man sich ja bereits ausgedacht hat, was wann passieren soll.
Es gibt allerdings auch Autoren, die plotlos unterwegs sind. So in etwa arbeite ich auch. Entweder schreibe ich einfach einen kurzen Absatz und arbeite von da aus weiter, ganz ohne Idee, oder ich habe eine Grundidee im Kopf wie „ein Kätzchen entdeckt die Welt“. Während ich schreibe kommen mir dann weitere Ideen, die ich in die Geschichte einfließen lasse.

Jetzt wissen wir also schon Mal, wie denn so ein Buch bzw. die Geschichte entsteht. Danach dürft ihr gleich noch viiieeel Zeit zum Korrigieren einrechnen. Eventuell holt ihr euch dafür einen Beta-Leser. Bei mir übernimmt das eine sehr gute Freundin. Sie liest drüber und sagt mir Bescheid, wenn sie Rechtschreib- oder Logikfehler findet. Oder wenn sie irgendwas komplett bescheuert findet. (Meine Freundin hat mit Pferden übrigens nichts am Hut und kämpft sich trotzdem netterweise durch meine Pferdebücher 😉 )

Wir nehmen jetzt mal an, ihr sitzt stolz mit eurem Manuskript da und überlegt, wie ihr das jetzt am Besten veröffentlichen könnt. Vielleicht habt ihr auch schon die Idee(n) für das nächste Buch? Jetzt ist die große Frage: Selbst veröffentlichen? Oder einen Verlag suchen? Die Frage kann ich euch leider nicht beantworten.

Ich war mir mit meinem 1. Buch „Katla“ damals sehr, sehr unsicher. Und ich glaube, hätte ich es damals zu Verlagen geschickt, hätte ich wirklich nur absagen bekommen. Und ich fürchte, das wäre für mein Selbstvertrauen tödlich gewesen. Darum habe ich meinen Erstling auf Amazon veröffentlicht. Man sieht es leider an den Rezessionen, dass es nicht perfekt ist. Aber es ist meins. Und ich bin stolz, dass ich sagen kann, ich habe ein Buch geschrieben und veröffentlicht.

Mein Novemberprojekt sollte mir selbst etwas beweisen. Ich wollte es schaffen das Buch noch im November zu veröffentlichen. Und ich habe es, trotz Plätzchen backen und Säugling geschafft, worauf ich sehr, sehr stolz bin. Auch hier musste ich Selbstveröffentlichen. Mit einem Verlag wäre es nicht ansatzweise so schnell gegangen.

Übrigens erhält man bei Amazon auch deutlich höhere Tantiemen, als über einen Verlag. Dafür muss man sich auch selbst um Marketing etc. kümmern. Aber für den Anfang, finde ich es eigentlich ganz gut. Reich wird man (oder zumindest ich) nicht damit.

Mein nächstes Buch möchte ich an Verlage schicken. Der 1. Band einer ganzen Reihe ist fertig. Und da ich recht plotlos bin, habe ich auch noch keine Ahnung, was im Band 3 passieren wird. Für Band 2 habe ich eine Vorahnung. Leider entscheiden sich meine Charaktere oft dazu, etwas komplett anderes zu tun, als ich eigentlich geplant hatte. Als mal sehen, wo das hinführt. Das heißt, das Endziel der Reihe habe ich ungefähr im Kopf. Und darauf freue ich mich bereits auch.

Wenn ich jetzt mal, ganz unabhängig von der Situation, einen Rat geben sollte, wäre der:

TU ES EINFACH!

Schreibe deine Geschichte und veröffentliche sie. Notfalls über Amazon (oder iTunes, etc.). Ihr könnt sie auch erst zu Verlagen schicken. Lasst euch auf keinen Fall von einer Absage entmutigen. So ein Verlag erhält bestimmt nicht nur dein Manuskript, sondern sehr viele. Und das an einem Tag. Alle können also nicht veröffentlicht werden.

Scheue dich, nach verzweifelter Suche nicht, die Geschichte selbst zu veröffentlichen. Es ist ein super-mega-tolles Gefühl, sein eigenes Buch/eBook in den Händen zu halten. Wirklich.

Aber: Wenn ihr noch nicht mal mit dem Schreiben begonnen habt, dann braucht ihr euch über das Veröffentlichen noch gar keine Sorgen machen. Konzentriert euch auf das Schreiben. Ansonsten kommt vermutlich nichts Gutes dabei raus.

Ich freue mich schon, euch hoffentlich bald noch mehr Tipps zu verschiedenen Schreib-Themen zu geben. Falls ihr Fragen habt, stellt sie in den Kommentaren oder schreibt mir eine E-Mail.

Eure Christine

Schriftsteller werden – wie geht das eigentlich?

Das könnte dir auch gefallen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.