Meine Chefin kommt nun endlich wieder häufiger zu mir. Zwar nicht so oft, wie ich das gerne hätte, aber immer hin. Leider hat sie so gut wie immer Baby-Chef dabei. Wisst ihr was das heißt? Longieren! Oder laufen lassen. Oder spazieren gehen. Meistens in Kombination. Mittlerweile finde ich es total langweilig longiert zu werden. Dabei gibt sich die Chefin wirklich alle Mühe. Sie baut Richtungswechsel, Tempiwechsel und noch vieles mehr in die gemeinsame Arbeit ein. Trotzdem finde ich es langsam doof!

Was machen mit dem Baby-Chef?

Der Kleine ist immer mit von der Party und sitzt entweder im Kinderwagen (was er scheinbar seeeeehhhhr langweilig findet) oder in der Trage. Dort scheint es ihm besser zu gefallen. Leider hat Baby-Chef immer Vorrang. Voll unfair! Die Arbeit mit mir wird einfach kurzzeitig unterbrochen, wenn der Kleine jammert. Hallo? Denkt denn niemand an mich? Ich bin auch klein, süß und kann unschuldig gucken!

Ich habe der Chefin auch mehrfach angeboten, sie soll mich Satteln und einfach mit Baby-Chef in der Trage aufsteigen. Aber die versteht natürlich wieder nur Bahnhof. Menschen! Dabei würde ich gaaaanz vorsichtig sein und immer gut auf die beiden aufpassen. Als die Chefin schwanger war, ist den beiden schließlich auch nichts passiert, als sie auf mir saßen. Kann der nicht einfach mal Zuhause bleiben?!

Hat es sich aus longiert?

Am Dienstag tauchte die Chefin bei uns am Stall auf. Erst wollte ich gar nicht erst zu ihr gehen, dann habe ich gesehen, dass sie den Baby-Chef NICHT umgebunden trug. Also würde er heute wohl in der Babykutsche sitzen. Nett wie ich bin, bin ich trotzdem zu ihr gegangen. Ich wurde liebkost und ganz lange geputzt und verwöhnt. Dann verschwand die Chefin in der Sattelkammer. Na super, habe ich gedacht. Jetzt holt die bestimmt die blöde Longe und die Peitsche. Doch sie hatte meinen Sattel auf dem Arm. MEINEN SATTEL!

Ich stand still und ließ mich so lieb satteln, wie noch nie in meinem Leben. Nicht mal mit einem Ohr habe ich gezuckt. Als die Chefin erneut aus der Sattelkammer kam, brachte sie Helm, Handschuhe, Gerte und meine Trense mit.

In kompletter Montur gab es sogar noch ein kleines Stück Brot für mich. Und dann… dann ging es nicht auf den Longierplatz. Auch nicht in die Reithalle! Sondern auf den Reitplatz!

Reiten ist toll!

Tatsächlich ist die Chefin in meinen Sattel gesprungen. Na gut, eigentlich ist sie hinauf gestiegen. Ist für meinen Rücken aber auch besser. Sie hat mit mir trainiert und zwar im Tölt und im Trab und sogar kurz im Galopp! Hui, das war toll!
Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal sagen würde, aber es gibt einfach nichts besseres als geritten zu werden! Zumindest von der Chefin!

Am Ende hat sie von meinem Rücken aus das Reitplatz-Tor geöffnet. Das ist ein Stück Litze mit Haltegriff. Dafür haben wir zwei Versuche gebraucht, weil ich gleich weiter wollte, ohne den Griff auf der anderen Seite einzuhaken.

Nachdem ich versorgt war, durfte ich nur grasen, während die Chefin mit einer Freundin geplaudert hat. Ich habe ihnen nicht groß zugehört. Aber das hätte ich besser tun sollen…

Mehr erfahrt ihr im nächsten Teil von „Ein Pony erzählt“!

Eure Dimmalimm

Hat es sich aus longiert?

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